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Philosophoscher Laienarbeitskreis

Liebe Besucher!

 

Sie gilt sicherlich als die am häufigsten gestellte Frage der Menschheit überhaupt: „Sein oder Nichtsein?“ aus Shakespeares Tragödie „Hamlet“. Und eine generelle Antwort wird man auf sie auch nicht finden. Doch genau darin gründet sich ja auch ihr Geheimnis – wie in den vielen anderen Rätseln des Lebens, die uns jeden Tag befassen. Und ehrlicherweise müssen wird doch dankbar dafür sein, dass nicht jede Lösung sofort parat liegt. Was wäre es doch für ein einfallsloses Existieren, wenn es keine kniffligen Aufgaben gäbe, mit denen wir unsere Hirnwindungen in Schach halten können! Das Streben nach neuen Einsichten, Erklärungen und Beschreibungen ist ein wesentlicher Motor dafür, unser Zugegensein ständig neu zu vitalisieren und es spannend, herausfordernd und abwechslungsreich zu machen.

 

Diese Auffassung hatten wohl auch unsere „großen“ Vorfahren wie Aristoteles, Platon, Sokrates oder Epikur, als sie sich bemühten, Weltliches und Überirdisches zu deuten und daraus Konsequenzen für das Verständnis des Universums abzuleiten. Wenn sie sich an die Erkundung des „Warums“ machten, nach dem „Wie“ forschten oder das „Wohin“ erleuchten wollten, trugen sie damit nicht nur zur Aufklärung bei, sondern weckten den natürlichen Drang von uns zivilisierten Lebewesen nach Gewissheit. Man möge an dieser Stelle sagen: „Gott sei Dank, dass der Weg das Ziel ist!“. Denn auch wenn wir am Ende glücklich und erleichtert sind, den Schatz in den Händen zu halten, wäre diese Erfahrung der Freude ohne das vorangegangene Erlebnis der Suche doch gleichsam nur halb so schön!

 

Allerdings befriedigt es keinesfalls die kognitive Sehnsucht nach Wirklichkeit, wenn wir die objektive Realität verstehen. Stattdessen bringt die Auseinandersetzung mit Eventualitäten, die in unserem Obwalten bis heute fortbestehen und uns innerlich kitzeln, ganz wesentliche immaterielle Kostbarkeiten zutage. Sie können uns schlussendlich dabei helfen, eine individuelle und persönliche Ideologie zu kreieren – oder uns einer bestehenden Weltsicht zuzuordnen, was nicht zuletzt rationale Identität stiftet und uns erdet. Insofern ist Philosophie trotz ihres Rufs als tröge, langweilige und bisweilen nutzlose Disziplin ganz elementar für unsere Personifikation und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Selbst wenn sie in einer Zeit, in der Effizienz vor allem an Zahlen und Fakten gemessen wird, einen eher unscheinbaren und auf den ersten Blick entbehrlichen Beitrag für ein transhumanistisches Gefüge leistet, wird ihre Bedeutung schon allein daran fassbar, dass sie Normen und Werte formt – und damit großen Anteil an einem friedlichem Miteinander hat.

 

Philosophieren kann also einerseits ein erfüllendes Hobby sein, weil wir uns ein Bewusstsein für Komplexe schaffen, welche im Alltag selbstverständlich sind und deshalb aus unserer Aufmerksamkeit herausfallen. Andererseits hat die Beschäftigung mit den unbegreiflichen Dingen aber auch einen zivilisatorischen Mehrwert: Würden wir uns nicht der metaphysischen Crux widmen, bedeutete das einen Stillstand im evolutionären Entwicklungsfortschritt, der uns besonders in ethischer Hinsicht erheblich schaden könnte. Denn was die Christen als „Nächstenliebe“ bezeichnen, ist auch im nicht-gläubigen Kontext von Rang: Philanthropie gehört zum Kitt aller Gemeinschaft, ohne Tugend und Moral würde das menschliche Verhalten vollends dissozial verelenden. Das Einordnen unseres Handelns in einen sittlichen Kontext ist unverzichtbar für einen Kollektivismus der Demokratie und Solidarität. So kommt der Philosophie durchaus eine politische Verantwortung zu, da sie die theoretischen Eckpfeiler für eine freiheitliche Grundordnung liefert.

 

Schließlich bedarf es ihrer Förderung auch deshalb, weil sie Regeln und Maßstäbe setzt. Sie sind Ausdruck von oftmals Jahrzehnte andauernden Prozessen der Meinungsbildung und das Ergebnis von zusammenlaufenden Routen zwischen unseren Synapsen, die bei vielen Erörterungen ins Dilemma führen – weil wir durch unsere menschliche Vernunft begrenzt sind. Trotzdem lohnt sich die Auseinandersetzung auch mit schwierigen Konstellationen, obwohl der Wunsch nach Logik und Zusammenhängen nicht selten von der Unendlichkeit der potenziellen Resultate durchkreuzt wird. Gleichermaßen haben es uns viele Philosophen vorgemacht: Auch wenn manch dialektische Kontroverse über unsere diesseitige Präsenz aufgrund der unzähligen Möglichkeiten und Ausgänge frustran verlaufen kann, lohnt sich das Festhalten an der Vision, das Ineinandergreifen der Zahnräder des Zufalls prosaisch erfassen zu können. Deshalb haben wir unseren Kreis gegründet, um gemeinsam an der Entschlüsselung des Schicksals mitwirken zu können. Und selbst wenn sich dieses Anliegen visionär oder gar utopisch anhören mag, so ist es genau das Wesen der Philosophie. 

 

Ausdrücklich privilegieren oder benachteiligen wir keine einzige der philosophischen Strömungen. Uns ist es wichtig, andere Meinungen und Auffassungen nicht zu bewerten, sondern sie in unserem eigenen Interesse zu reflektieren – damit wir aus den Überlegungen des Gegenübers profitieren, lernen und wachsen können. Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven sehen wir als Bereicherung an, denn die Dynamik des Denkens verschiedener Köpfe trägt unmittelbar zur Qualität und Fruchtbarkeit des Outputs bei. Daher möge sich jegliche Couleur bei uns wohlfühlen und dazugehören.

 

Wir beschäftigen uns beispielsweise mit folgenden Themen:

 

  • Wozu leben wir eigentlich?

  • Welchen Zweck erfüllt der Kosmos?

  • Wo war der Anfang – und wo ist das Ende?

  • Bedingen wir einander trotz des freien Willens?

  • Hat unser Dasein überhaupt einen Sinn?

  • Ist es gut, dass es die Endlichkeit gibt?

  • Bringt Hoffnung Enttäuschung oder Mut?

  • Was ist rechtens, wenn es ungerecht wird?

  • Gibt es einen Gott? Und wenn ja, wofür brauchen wir ihn?

  • „Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?“ – Gretchenfrage aus „Faust“

  • Wie handeln wir „richtig“ – und in welchem Sinne sollte es sein?

  • Welche Rolle nimmt der Mensch im Bauwerk der Welt ein?

  • Wie gehen wir mit der Endlichkeit von Verstand und Tatsächlichkeit um?

  • etc.

 

Wir sehen unsere Aufgaben im Folgenden definiert:

 

  1. Förderung des philosophischen Dialogs unter Laien

  2. Formulierung von Antworten auf Fragen der Zeit

  3. Herausgabe von Stellungnahmen zu aktuellen Themen

  4. Anregung zum öffentlich-konstruktiven Streitgespräch über die Gegenwart

  5. Ethische Positionierung zu gesellschaftlichen Entwicklungen

  6. Moralische Einschätzung zu politischen und rechtlichen Entscheidungen

  7. Beiträge zum interkulturellen Dialog der Weltanschauungen

  8. usw.

 

Bei uns kann jeder mitmachen! Wir freuen uns über alle Menschen, die mit Neugier, Interesse und Begeisterung am Philosophieren ihre Gedanken, Mysterien und Glaubenssätze mit uns teilen. Dabei scheuen wir uns nicht vor strittigen Punkten – ganz im Gegenteil! Unser Ziel ist es nicht, auf jedes Sujet ein Ergebnis zu finden. Stattdessen ist der Erkenntnisgewinn des Diskurses bereits Bereicherung genug. Und selbstverständlich können bei uns auch erfahrene und studierte Philosophen mit einsteigen. Dennoch wollen wir im gemeinsamen Interesse darauf achten, vorrangig praxisnah und weniger wissenschaftlich zu debattieren, um die Chance zur Teilhabe möglichst breit offenzuhalten und unseren Kreis nicht durch intellektuelle Höhenflüge abzuschotten.

 

Möchten also auch Sie dabei sein, ganz unverbindlich, punktuell oder regelmäßig? Es kostet nichts und niemand verpflichtet sich. Denn wir sind ein loser Zusammenschluss, in dem Fluktuation nicht ausgeschlossen ist, der aber gleichsam auf Beständigkeit ausgerichtet sein soll.

 

Wir kommunizieren vorrangig über die elektronischen Medien und sind daher örtlich wie zeitlich unabhängig. Somit ist garantiert, dass Teilnehmer aus ganz Deutschland bei uns partizipieren können.

 

Melden Sie sich bei uns und lernen Sie uns kennen!

 

Herzliche Grüße

 

Dennis Riehle

Herzlich willkommen!

So erreichen Sie uns:

Philosophischer Laienarbeitskreis

Dennis Riehle

Martin-Schleyer-Str. 27

78465 Konstanz

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